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Maria Martental und Corona: Blick zurück und nach vorne

„In diesem Jahr werden wir wieder mit der Begrenzung leben und handeln müssen.“


Ostergottesdienst 2020 - mit Osterkerzen und Weihwasser für alle Kirchen 

Im vergangenen Jahr traf die Corona-Krise auch das Kloster Martental empfindlich. Alle liturgischen Feiern und Veranstaltungen mussten abgesagt werden, der Spielraum für Gottesdienste im internen Kreis der Ordensgemeinschaft war klein. Und doch haben die Patres die Gläubigen mit einbezogen: Sie feierten den Karsamstag in der Hauskapelle des Klosters, haben aber alle Osterkerzen aus den Kirchen der Pfarreiengemeinschaft zusammengetragen und gesegnet. Die Gläubigen konnten sie dann am nächsten Tag abholen und in ihrer Kirche aufstellten, ebenso das Weihwasser.

Ähnlich am Palmsonntag: Vor dem Gottesdienst, den die Mitbrüder in der Wallfahrtskirche unter Ausschluss der Öffentlichkeit feierten, haben die Gläubigen die Palmbüsche zum Segnen in den Altarraum gelegt und am nächsten Tag wieder abgeholt.

Langsam kam das Leben wieder in Fahrt, die Patres boten wieder Gottesdienste an und nahmen seelsorgerische Aufgaben in der Pfarreiengemeinschaft wahr - immer den geltenden Vorschriften entsprechend. Zeitweise wurde die Anzahl der Gottesdienste vermehrt, um möglichst vielen Gläubigen die Teilnahme zu ermöglichen.  „Es hat uns gefreut, dass die Gottesdienste mit der begrenzten Zahl der Teilnehmer ausgebucht waren und die Gläubigen es sich trotz der Beschränkungen nicht nehmen ließen, am Gottesdienst teilzunehmen“, sagt P. Konrad Flatau SCJ.

„In diesem Jahr werden wir wieder mit der Begrenzung leben und handeln müssen“, fährt er fort. „Aber wir haben jetzt schon Erfahrungen gesammelt. Die Gottesdienste und die religiösen Treffen und Veranstaltungen werden wir anders und vielleicht auch neu gestalten und organisieren.“

 

Planungen für die Osterzeit

 

Das beginnt mit dem Aschermittwoch, an dem die Gottesdienstangebote verdoppelt werden, um möglichst vielen Gläubigen die Teilnahme am Gottesdienst mit dem „sprechenden“ Zeichen des Aschenkreuzes zu ermöglichen. An jedem Freitag wird ein Kreuzweg angeboten, „den wir in der Kirche oder bei schönem Wetter auch draußen gehen können.“

Am „Schmerzensfreitag“, Freitag nach dem vierten Fastensonntag, findet traditionell der Frauenwallfahrtstag statt. Der Gottesdienst an diesem Tag wird besonders gestaltet - aber die große Wallfahrt als solche muss unterbleiben.

Wie im vergangenen Jahr wird wohl am Palmsonntag wieder die große Diözesanmännerwallfahrt unterbleiben. „Doch den Palmsonntag gestalten wir - wenn auch in kleinerem Rahmen - mit Kreuzweg, Beichtangebot und feierlichem Gottesdienst.“

Die liturgischen Feiern an den Kartagen werden in diesem Jahr mit den aufgelegten Begrenzungen stattfinden, so dass wir uns mit den Gläubigen auf das Hochfest der Christenheit, auf die Feier der Auferstehung  unseres Herrn, vorbereiten können. „Der Gedanke der Stellvertretung kann uns hier helfen, auch die abwesenden Gläubigen hineinzunehmen in unser Feiern und Beten.“

Beichtgelegenheit wird in der Wallfahrtskirche angeboten und auch wahrgenommen, denn das Bußgeschehen ist in der Österlichen Bußzeit ein tragendes Moment des geistlichen Lebens und darf nicht untergehen.

Leider haben wir in diesem Jahr wegen der Pandemie-Beschränkungen keinen Wallfahrtskalender für das gesamte Jahr herausgeben und drucken können. Informationen zu Gottesdiensten und Veranstaltungen werden von Monat zu Monat veröffentlicht - schriftlich am Schriftenstand in der Wallfahrtskirche und auf unserer Internetseite.

 

Bedeutung der Seelsorge

 

Eine lange Tradition haben auch die Krankengottesdienste mit Krankensalbung und Segnung in Maria Martental. Auch diese Feiern konnten nur in einem begrenzten Rahmen gehalten werden. Es zeigte sich aber, wie notwendig sie in einer solchen Krisenzeit sind. Denn der Mangel an sozialen Kontakten konnte hier ein wenig aufgefangen werden. „Die Berührungen, ein wesentliches Element der Heilungen, die von Jesus ausgingen, entfällt fast ganz in dieser Pandemiezeit. Wir suchen nach neuen Formen der Zuwendung, um Alleinsein und Einsamkeit zu erleichtern“, erklärt P. Flatau SCJ.

„Wir machen in dieser Zeit auch die Erfahrung, dass Gläubige sich zum Wallfahrtsort hin orientieren, weil sie ihn auch in einer solchen Krisensituation als verlässlich erfahren. Hier treffen sie auf Mit-Leidende und Mit-Tragende“, hat er beobachtet.

Die Seelsorge innerhalb der Pfarreiengemeinschaft wird von den Mitbrüdern wahrgenommen. Dadurch wird Verbindung aufrecht gehalten und Begegnung geschaffen bei Beerdigungen, bei der Feier der Erstkommunion, bei Krankenbesuchen, mit der Feier der Gottesdienste.